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(was mit mir direkt zu tun hat oder sonst
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Meine Klassen aus dem
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Mathe-LK 1./2. Semester in 2008/09 |
Klasse Eb 2008/09 - jetzt ohne mich, schade |
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Lesenswert und hörenswert: Bücher von Wolfgang
Malischewski |
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Königin
Luise und der Strickstrumpf
(Broschiert)
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Rezension (Dr. Hans-Georg Müller)
Was ist ein Narr? Ein Quatschkopf? Ein Spaßmacher? Ein Comedian? In
Zeiten, in denen das Lachen Termine hat (schlimmstenfalls etwa Freitag Abend
22:15 auf einem Privatsender), haben Narren schlechte Zeiten, denn jeder
Schenkelklopfer, Zotenreißer und Kalauernde glaubt, sich schon die
Narrenkappe aufsetzen zu können, wenn er nur weiß, wie „Helau“ ausgesprochen
wird. Dabei ist der wirkliche, der echte Narr etwas ganz anderes. Eine
aussterbende Spezies, der es gelingt, seine Umwelt von anderen, neuen Seiten
zu betrachten, sodass man beginnt, über das Wohlbekannte zu staunen,
manchmal zu lachen, manchmal auch betroffen zu schlucken.
Den echten Narren unterscheidet vom Possenreißer aber nicht nur der Witz und
die unbedingte Klugheit, sondern auch und vor allem anderen die heimliche
Liebe zu den Opfern seines Spottes, zu all den schwachen Personen und ihren
täppischen Menschlichkeiten, die der Narr aufs Korn nimmt, böse oft,
entblößend manchmal – aber nie unbarmherzig.
Zweifellos ist Malischewski, der Autor von „Luise und der Strickstrumpf“,
ein Narr. Das beweisen nicht nur seine Klugheit und Belesenheit, die sich in
den vielen literarischen und kunsthistorischen Anspielungen des Romans
unaufdringlich versteckt (keine Angst, man muss nicht alle entdecken, um sie
genießen zu können), sondern vor allem die immer wieder aufblitzende
Zuneigung zu seinen Helden, die hinter ihren manchmal feinsinnig, manchmal
derb dargestellten Schwächen immer dann am sympathischsten sind, wenn sie
ihre weltliche Gebrechlichkeit nicht verheimlichen können.
In seinem dritten Buch hat Malischewski erstmals die reine Fiktion des Epos
und der Fabel verlassen und historisches Gebiet betreten. Seine Heldin,
Königin Luise, Gattin des preußischen Königs Friedrich Wilhelms III, erlebt
die große Katastrophe des preußischen Staates unter dem Ansturm der
napoleonischen Truppen 1806 bis zum Frieden von Tilsit, der Preußen zum
Kleinstaat degradiert. Doch wer ein rührseliges Stück Tränendrüsendramatik
erwartet, hat die Rechnung ohne den Narren gemacht. Keine blank polierte
Königin der Herzen und kein tragischer Königsheld treten uns da entgegen,
sondern so oft allzu menschliche Gestalten, die sich mitunter nichts
sehnlicher wünschen, als beim Diner das juckende Dekolletee kratzen, oder
bei der Parade hinter dem nächsten Baum verschwinden zu können. Dabei gehört
es zu Malischewskis untrüglichem – man möchte sagen: narrensichereren –
Geschmack, den Spott nie zum Schlachtfest werden zu lassen, niemals zur
gnadenlosen Abrechnung mit dem verlogenen Feudalismus. Nein, unser Narr ist
unzweifelhaft verliebt in seine Königin, auch wenn er sich davon die rosa
Brille nicht aufzwingen lässt und nicht den Blick dafür verliert, dass der
eigentlich Leidtragende beim Kriegsspiel auf der Königsebene das (hunds)gemeine
Volk ist. Der preußische König mag sein Land verlieren, aber ihm bleibt doch
zumindest des Nachts ein karges Drei-Gänge-Menü, während das
preußisch-bäuerliche Kroppzeug mit leerem Magen der fliehenden königlichen
Kutsche hinterher starrt.
Also ein Gesellschaftsroman? Ein Sozialdrama? Mitnichten. Aber eine
Geschichtssicht, die nicht bereit ist, dort wegzusehen, wo es unansehnlich
werden könnte. Malischewskis Liebe macht nicht blind, sondern sehend. Und
das liegt daran, dass unser Autor ganz offensichtlich etwas von Liebe
versteht. Schon in seinem Tristan-Roman hat er gezeigt, dass er kein
hoffnungsloser, wohl aber ein hoffnungsvoller Romantiker ist. „Lieben wir
den anderen, weil wir nicht aufgeben, ihn ändern zu wollen? Oder lieben wir
erst dann, wenn wir de andern nicht mehr ändern wollen?“ lässt er Luise
fragen. Nun, die Frage ist berechtigt und sie trifft die Königin genauso wie
ihren Chronisten und Narren.
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Tierliederliches: Gedichte (Taschenbuch)
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Rezension
Achtung! Hier muss gleich eine Warnung
ausgesprochen werden. Wer meint, dass Gedichte schreibtischernst und vor
allem tiefsinnig-unverständlich daherkommen müssen, der sollte erst gar
nicht weiter lesen. Wer aber unterhalten werden will, der schlucke getrost
den Köder, den ich hier auswerfe.
Schon das Personal, das Wolfgang Malischewski in meist grotesken Situationen
auftreten lässt, verspricht Komik: "Pudel Pudor" als Pornostar, "Gonokokkel
und Gockelaia Candida" beim Vollzug des Mysteriums der Liebe, "Das
aufgeklärte Rebhuhn", das "interkulturelle Konferenzen" veranstalten will,
ein "alter Hirsch", der geschnetzelt in der Sauce liegt und über Sprache
reflektiert, der "Igel Boris Grotesko" im Dialog mit seiner Frau "Olga
Groteska", tugendhafte Täuberiche, die sich über Schweinereien auslassen,
ein Wurm, der vor seinen Richtern nicht strammstehen kann, ein Anarchist,
der im Casino von Monte Carlo auf Schwarz setzt. Bei der Lektüre dieser
Gedichte entschlüpft auch den Trübsinnigsten ein Lächeln und die
Lebenslustigen amüsieren sich sowieso.
Der Falkenseer Schriftsteller ist jedoch vielseitig; er kann auch andere
Töne anschlagen und z.B. brutal wie Gottfried Benn formulieren ("Tod kam
schon mal vorbei als Fleischbeschauer"), melancholisch sein ("Wer stirbt als
erster von uns beiden?") oder zu den Freuden der Erotik einladen ("er
Komfort, uns auf der bloßen Haut zu tragen", "dir will ich entgegen fließen,
will dir ganz verfallen", "finden Sie mich attraktiv und schön, wolln Sie
mehr als meine Lippen sehn?"). In vielen Gedichten zeigt Malischewski auch
die Lust, sich umweltkrititisch ("FCKW-Prometheus") und politisch ("Erich
Mühsam zum Andenken") zu äußern.
Hat man Malischewski einmal gelesen, hofft man: weiter so, kein süßlich
verquaster Kitsch, sondern gewitzte und starke Gedichte, liederlich, einfach
saugut!
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Tristan und Isolde - wer weiß schon, was Liebe
ist (Taschenbuch)
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Rezension
(Dr. Hans-G. Müller)
Tja,
wer weiß schon, was Liebe ist? Wolfgang Malischewski, Jahrgang 1952, hat
sich ein Sujet vorgenommen, mit dem man doch eigentlich nur scheitern kann.
Eine Neuerzählung eines mittelalterlichen Epos von Liebe und Schicksal.
Worauf soll man hoffen? Was muss man fürchten? Wieder mal eine moderne
Abrechnung mit einem der Klassiker? Oder ein Geschichtchen, das seine
Belanglosigkeit durch gekünstelte Parallelen zur Tristan-Tradition
verstecken will? Oder doch eher ein schmalziger Aufguss voller Tränen, in
dem sich Liebe noch auf Triebe reimt? Und dann liest man los
und es kommt völlig anders.
Als
sich Gottfried von Straßburg um 1200 die verschiedenen Vorlagen des
Tristanstoffes vornahm, um der sich bildenden Tradition eine neue, eigene
Richtung zu geben, konnte er nicht wissen, wo sein gewagtes und unbedingter
Bekenntnis zur Liebe als mythischer Natur- und Schicksalsgewalt einmal enden
würde: in Hollywood und seinen tränenfeuchten Romantizismen. Zugegeben:
unter Liebe verstand man im Mittelalter noch etwas anderes als heute.
Erstaunlicherweise besangen die Troubadoure ihre Gefühle aber bereits mit
ganz ähnlichen Worten. Zu Gottfrieds Zeiten war das neu. Heute sind die
Worte verbraucht, verkitscht und abgedroschen. Der Superheld, die
Traumprinzessin und die ewige Liebe – oh Gott, das ging doch schon bei
Wagner nur noch im Prachtgewand der Musik!
Und
was macht Malischewski daraus? Er nimmt sich seine Helden und macht aus
ihnen gnadenlos Menschen. Der Aufbau seiner Erzählung entspricht weitgehend
der mittelalterlichen Vorlage und doch krempelt der Autor die Geschichte um,
sodass hinter dem Samt die Nähte hervortreten. Das beginnt schon in der
Vorgeschichte um Tristans Eltern: aus dem edlen Recken Riwalin wird bei
Malischewski ein ziemlich prosaischer Möchtegern-Usurpator, dessen Scheitern
wenig Heldenhaftes an sich hat. Und auch vor dem Titelhelden scheut der
sezierende Geist Malischewskis nicht zurück, sodass viele Taten des jungen
Tristan den Glanz des unbefleckten Heldentums schnell hinter sich lassen –
wie unangenehm für jeden, der gern rosa Brillen trägt.
Also
doch eine Abrechnung? Im Gegenteil. Bei der Lektüre schleicht sich
unweigerlich das Gefühl ein, man selbst habe die Figuren des Epos bisher
verkannt und entdecke jetzt erst, was schon immer da war. Auch geht es
Malischewski nicht um Entthronung, sondern um Verständnis –zugegebenermaßen
in manchmal mitleidloser Ehrlichkeit, nie aber in vulgärer
Diffamierungssucht. Wäre das Wort nicht so negativ belegt, könnte man sagen,
Malischewski psychologisiere die Geschichte. Und zwar nicht deshalb, weil
das einem mittelalterlichen Epos angemessen wäre, sondern weil es uns
Heutigen angemessen ist und weil wir uns plötzlich in einer Geschichte
wiederentdecken, die uns sonst nur noch mit viel Naivität oder viel
literaturhistorischem Wissen offen stünde.
Die
Gewinner der Geschichte sind die Figuren der zweiten und dritten Reihe, die
Magd beim Hochzeitsfeste, die Dienerin Brangäne, der hässliche Truchsess
Thaddäus und am meisten König Marke, der eingeklemmt zwischen
Königspflichten, Ehrgefühl, väterlicher Sanftheit und tiefer schmerzlicher
Zuneigung zu Isolde am Ende vielleicht der einzige ist, der weiß, was Liebe
ist. Denn das unterscheidet Malischewskis Bearbeitung am meisten von den
derzeit modernen Klassikerschlachtfesten: dass er immer wieder den Weg
zurückfindet ins Sanfte, Intime, ja Zärtliche. Und das, obwohl er hin und
wieder mit Derbheiten nicht kleinlich ist.
Überhaupt hat Malischewskis Sprache noch einige Worte verdient.
Ungekünstelt, aber nicht ohne Kunst, erzählt der Autor mit einem klaren,
direkten Duktus, der Frivolitäten so wenig scheut wie Innigkeiten – alles an
seinem Platze. Eingestreut in den Text sind gaukelnd reimende Passagen,
Lieder, manchmal auch intertextuelle Anspielungen aus Politik und Literatur,
die sich aber dank des guten Geschmacks Malischewskis nie aufdrängen,
sondern eher den Schalk im Nacken des Autors aufzeigen.
Den
größten Eingriff in den Handlungsverlauf hat Malischewski dem Ende zuteil
werden lassen, das hier freilich nicht verraten werden soll. Soviel sei
immerhin gesagt: Ob der Autor seine Eingangsfrage „Wer weiß schon, was Liebe
ist?“ mit „Ich!“ beantworten würde, bleibt fraglich. Sicher ist aber, dass
er von dieser Thematik einiges versteht.
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KANT
last
update:
2009-05-07
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